Vorteile bei der Verwendung von Spiralspannstiften in Leichter Ausführung gegenüber geschlitzten Spannhülsen in Baugruppen aus weichem Material
von Christie L. Jones, Anwendungsingenieur
Download dieses Technische PapierIn den letzten Jahren war es Trend in der gesamten Industrie, den Einsatz von neuen Materialien zu erforschen, um Gewicht zu reduzieren, Prozesskosten einzusparen oder Lösungen zur Verfügung zu stellen, bei denen traditionelle Materialien wie Stahl, maschinell bearbeitete Komponenten oder Gussteile auch kein zufriedenstellendes Ergebnis erbrachten.
Bei diesen Überlegungen hat die Verwendung von Kunststoffen, Aluminium und weichen Metalllegierungen ein unbegrenztes Wachstum erfahren und es gibt keine Anzeichen dafür, dass dieser Trend stoppen wird. Im Gegenteil, da die Kunststoffe und Spritzgussverfahren sich fortwährend verbessern, werden immer mehr Bauteile, die traditionell aus Stahl hergestellt wurden, dahingehend überprüft, die Probleme zu beheben, die die Verwendung dieser leichteren und weichen Materiallegierungen, die eine gleiche oder sogar eine bessere Leistung erbringen, verhindert haben.
Gegenwärtig kann man zahlreiche Bauteile aus Kunststoff f inden die in hochbeanspruchten Bereichen eingesetzt werden, wie zum Beispiel bei Anwendungen mit hohen Temperaturen, grossen Kräften und chemischer Resistenz. Obwohl die Hauptkomponente bei der Konstruktion weiterhin grosse Beachtung findet, werden jedoch die zu verbindenden Komponenten und Befestigungsmethoden gewöhnlich bis zum Ende des Projekts vernachlässigt. Es wird auch routinemäßig angenommen, dass die Teile und Konstruktionskonzepte, die bei dem Einsatz von die bei Stahl funktionierten, auch bei dem Einsatz von weichen Metalligierungen und Kunststoffen funktionieren werden.
Wenn es um Anwendungen zum Verstiften in Baugruppen aus weichen Materialien geht, gibt es häufig die Situation, dass man sich für die billigste Option entscheidet die in der Industrie bekannt ist. In vielen Fällen ist dieses die (Schwere Ausführung) der gschlitzten Spannhülse nach ISO 8752, welche es seit vielen Jahren gibt und entwickelt wurde aus der Standard Spannhülse nach DIN 1481. Diese geschlitzte Spannhülse wurde entworfen lange bevor es die Fortschritte in Produktionstechniken und Materialien gab, die eine leichtgewichtige Großserienfertigung möglich machten. Die geschlitzte Spannhülse nach ISO 8752 kann und führt, tatsächlicherweise zu beträchtlichen Montage- und Qualitätsproblemen beim Einsatz in diesen neuen Materialien. Die grosse Wandstärke, in Kombination mit dem unrunden Querschnitt bietet nicht die erforderliche Flexibilität für die Verwendung in diesen relativ weichen Materialien – häufig wird die Belastung von der geschlitzten Spannhülse auf die Wand der Aufnahmebohrung übertragen, wodurch diese beschädigt wird und zu einem frühen Versagen der Verbindung führt. In einem Versuch, die Nachteile zu reduzieren, die mit der Schweren Ausführung des geschlitzten Spannhülse nach ISO 8752 in Verbindung gebracht wurden, wurde die Leichte Ausführung der geschlitzten Spannhülse nach ISO 13337 entwickelt. Der Hauptunterschied ist die Wandstärke des Stifts. Eine dünnere Wandstärke bedeutet höhere Flexibilität, aber auch eine geringere Abscherkraft, während andere wichtige Punkte ungelöst bleiben. Tatsächlich führt die dünnere Wandstärke zu neuen zusätzlichen Einschränkungen hinsichtlich der Ermüdungsbeständigkeit.
Abbildung 1
Leichtlast-Spiralspannstift (links) und geschlitzter Federstift (rechts)
Geschlitzte Spannhülsen Leichte Ausführung (nach ISO 13337) sind ähnlich den häufig mit Schwerer Ausführung bezeichneten geschlitzten Spannhülsen (nach ISO 8752) und haben einen hufeisenförmigen Querschnitt, der in vielen Fällen zu einem Abschälen der Bohrungswand während des Einpressens führt. In Verbindung hiermit hat der Durchmesser der geschlitzten Spannhülse in Relation zu der Aufnahmebohrung einen sehr grossen Schlitz. Das Ergebnis ist eine geschlitzte Spannhülse mit einer Einpresskraft und einem nachfolgenden radialen Druck auf die Bohrungswand, der für die meisten Anwendungen in weichen Materialien immer noch zu hoch ist, insbesondere wenn Bohrungen nahe am Rand des Bauteils liegen. Darüber hinaus führt der Schlitz zu einer Anzahl von weiteren Problemen.
Abbildung 2
Beispiel für ineinandergreifende Schlitzstifte
- Die geschlitzten Spannhülsen können sich Verketten was die Zuführung und Installation schwierig und zeitaufwendig macht. Dieses ist immer ein großes Problem besonders bei hochvolumigen Anwendungen (Abbildung 2)0. Diese Eigenschaft erlaubt keine automatische Zuführung und Installation der geschlitzten Spannhülse.
- Meistens, wenn er einmal in die empfohlene Aufnahmebohrung installiert ist, kann sich der Schlitz komplett schliessen und die geschlitzte Spannhülse wird zu einem festen Teil, unfähig Stöße und Vibrationen zu absorbieren, die auf die Verbindung während der Lebensdauer einwirken. Da der Stift die Kräfte nicht absorbiert, werden die Belastungen direkt auf das weiche Material übertragen, was zu einer Beschädigung der Bohrung (Aufweitung) und vorzeitigem Versagen der Verbindung führt.
Abbildung 3
Eingebauter Schlitzstift mit geschlossenem oder „abgestuftem“ Schlitz
Abbildung 4
Statischer Zustand Die installierte geschlitzte Spannhülse zeigt den “geschlossenen” Zustand, der es dem Stift unmöglich macht, dynamische Kräft zu absorbieren
Abbildung 5
Richtung der Stossbelastung und der daraus resultierende Ausdehnung der Bohrung (Aufweitung)
- Während der Installation in die Aufnahmebohrung schließt sich der Schlitz, wodurch eine Kraftkonzentration auf der gegenüberliegenden Seite des Schlitzes erzeugt wird.
- Während der Herstellung von geschlitzten Spannhülsen sind die Spannungen des Materials 180° auf der gegenüberliegenden Seite des Schlitzes konzentriert. Wenn die geschlitzte Spannhülse sich in der Anwendung biegt, biegt sie sich an der gleichen Stelle. Das dünnere Material der Leichten Ausführung der geschlitzen Spannhülse nach ISO 13337 ist nicht in der Lage, diese zusätzliche Materialbelastung zu absorbieren und führt somit zu einem vorzeitigen Ermüdungsbruch.
- Die Scherfestigkeit hängt von der Ausrichtung des Stifts und der Richtung der aufgebrachten Belastung ab. Geschlitzte Spannhülsen müssen ausgerichtet werden, um die Scherfestigkeit zu maximieren
Abbildung 6
: Bruch Zustand geschlitzte Spannhülse nach Ermüdungsbruch bei 180° vom Schlitz
Abbildung 7
Normal Zustand geschlitzte Spannhülse mit 3-Punkt Kontakt der Spannungskonzentration in der Bohrung
Die bessere Lösung
Alle diese Probleme können durch die Auswahl des richtigen Spannstifts vermieden werden. Spiralspannstifte sind die bessere Lösung. Spiralspannstifte sind leicht an ihrem Querschnitt mit 2¼ Windungen erkennbar
Da kein Schlitz vorhanden ist, können sich die Spiralspannstifte nicht ineinander verketten und blockieren.
Wenn Spiralspannstifte in die Bohrung eingetrieben werden, beginnt die Kompression am äusseren Rand und setzt sich über die Windung nach innen fort. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige Lastverteilung und gleichbleibende Abscherkraft und Flexibilität, unabhängig von der Richtung der aufgebrachten Last (Kraft).
Abbildung 8
270° Kontakt mit der Bohrung
Abbildung 9
Flexibilität bei der Installation
Abbildung 10
(Im Uhrzeigersinn) Bewegung nach innen durch Zusammendrücken. (Gegen den Uhrzeigersinn) Umgekehrte Bewegung, wenn der Druck nachlässt.
Da Spiralspannsifte nach der Installation nicht blockieren können, sind sie in der Lage, durch zusätzlich auftretende Kräfte weiter komprimiert zu werden, Stöße und Schwingungen zu dämpfen, welche ansonsten auf die Bohrungswand übertragen werden und dauerhaften Schaden anrichten würden. Der Spiralspannstift ist eine aktive Komponente in der Verbindung und verlängert die Lebensdauer des Endprodukts.
Aus Sicht des Herstellers sind Spiralspannstifte auch hochqualitativeres ein Produkt. Spiralspannstifte haben einen Konus an beiden Stiftenden (die abgeschrägte Fase bei den geschlitzten Spannhülsen beider Ausführungen ist optional nur an einem Stiftende bei Durchmessern > Ø10mm) und Sie sind mit engeren Durchmessertoleranzen gefertigt (270° des Umfangs liegt innnerhalb des angegebenen Toleranzbereich gegenüber von durchschnittlichen drei Messungen im Falle der geschlitzten Spannhülsen). Dieses führt bei einem Spiralspannstift zu einer grösseren Kontaktfläche zwischen dem Spiralspannstift und der Bohrung im Gegensatz zu dem 3-Punkt Kontakt bei einer geschlitzten Spannhülse. Senkrechte, sauber geschnittene Enden sind auch ein weiteres wichtiges Merkmal der Spiralspannstifte.
Standard Spiralspannstifte werden in 3 Ausführungen hergestellt: Schwere Ausführung (ISO 8748), Standard Ausführung (ISO 8750) und Leichte Ausführung (ISO 8751).

Die Spiralspannstifte in der Leichten Ausführung nach ISO 8751 wurden speziell für die Verwendung in weichen Materialien konstruiert. Das dünnere Material und die speziell konstruierte Konfigurationen der Windungen sorgen für zusätzliche Flexibilität, welche zu geringeren Einpresskräften, homogenen axialen- und radialen Kräften führt und für Anwendungen in weichen Materialien geeignet sind. Sie erlauben eine störungsfreie automatische Installation und verhindern Beschädigungen der Aufnahmebohrung. Schlussendlich sorgt die Wahl des Spiralspannstiftes in der Leichten Ausführung beim Einsatz in weichen Materialien dafür, dass die Bohrung geschützt, Herstellungskosten reduziert,die Produktivität gesteigert und die Qualität des Endprodukts allgemein erhöht wird.
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Gegenüberstellung Leichte Ausführung geschlitzte Spannhülse und Spiralspannstifte |
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Geschlitzte Spannhülse Leichte Ausführung |
Spiralspannstift Leichte Ausführung |
Vorteile von Spiralspannstiften |
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Schlitz
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Kein Schlitz
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Kein Verketten, gleichmässige Lastverteilung, gleichbleibende Abscherkraft und Flexibilität, kein Ausrichten erforderlich um Scherkräfte zu maximieren, problemlose Automation |
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Hufeisenform (durchschnittliche Messung an 3 Punkten) |
270° Kontakt mit der Bohrung
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Erhöhte Haltekräfte bessere Übertragung von dynamischen Belastungen |
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Abgeschrägte Fase (optional nur an einem Stiftende bei Durchmesser > 10mm) |
Senkrechte konzentrische Anfasungen an beiden Stiftenden
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Einfachere Installation, die glatte Anfasung ohne scharfe Enden schützt die Bohrung |
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