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Wie erhöht man die Haltekraft von Spiralspannstiften

von Evan Dowel, SPIROL Anwendungsingenieur

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Spiralspannstifte werden in vielen verschiedenen Baugruppen für eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen eingesetzt: Als Scharnierstift oder Achse, zum Ausrichten von Bauteilen oder einfach um mehrere Bauteile miteinander zu verbinden. Spiralspannstifte erhalten ihre zylindrische Form durch Rollumformen von Metallstreifen, die eine radiale Kompression Es gibt zwei Arten von elastischen Stiften: Spiralspannstifte (links) und geschlitzte Spannhülsen (rechts). mit Rückgewinnung nach erfolgter Belastung ermöglichen. Bei korrektem Einbau bieten die Spiralspannstifte eine zuverlässige und robuste Verbindung mit einer ausgezeichneten Haltekraft.

Abbildung 1
Es gibt zwei Arten von elastischen Stiften: Spiralspannstifte (links) und geschlitzte Spannhülsen (rechts).

Während der Montage werden die Spiralspannstifte radial komprimiert und passen sich der kleineren Bohrung des Bauteils an. Die Kraft die benötigt wurde um den Spiralspannstift zu komprimieren, wurde als potentielle Energie aufgenommen. Der komprimierte Spiralspannstift übt nach dem Einbau eine radiale Kraft gegen die Bohrungswand aus. Die erforderliche Haltekraft wird durch die Kompression und die daraus resultierende Reibung zwischen dem Spiralspannstift und der Bohrungswand erzielt. Aus diesem Grund ist der Kontakt zwischen dem Spiralspannstift und der Bohrungswand wichtig.

Die Haltekraft kann durch Erhöhung der radialen Spannung und / oder der Kontaktfläche optimiert werden. Ein größerer, schwererer Stift weist im eingebauten Zustand eine geringe Flexibilität auf, aber die radiale Spannung ist höher. Spiralspannstifte sind die Ausnahme von dieser Regel, da sie in mehreren Ausführungen (Leicht, Standard und Schwer) zur Verfügung stehen, um ein größeres Spektrum an Kraft und Flexibilität innerhalb eines vorgegebenen Durchmessers zu erzielen.

Es gibt eine lineare Beziehung zwischen Reibung, Haltekraft und der eingebauten Länge eines Spiralspannstifts in eine Bohrung. Daher führt eine Erhöhung der Länge des Spiralspannstiftes und der daraus resultierenden Kontaktfläche zwischen dem Spiralspannstift und der Aufnahmebohrung zu einer höheren Haltekraft. Darüber hinaus ist es bei der Berechnung der Stiftlänge wichtig, die Fasenlänge des Spiralspannstiftes zu berücksichtigen, da keine Haltekraft am äußersten Ende des Spiralspannstifts aufgrund der Fasenlänge vorhanden ist. 

 An keinem Punkt sollte sich die Anfasung des Spiralspannstifts in der Scherebene zwischen den Befestigungslöchern befinden, da dies durch die Abscherbelastung zur Umkehrung der tangentialen Kraft in eine axiale Kraft führen kann. Dies kann zu einer Stiftbewegung führen bis das die Fase nicht mehr in der Scherebene liegt und sich die Kraft neutralisiert hat (siehe Abbildung 2). Um dieses Szenario zu vermeiden wird empfohlen, dass das Ende des Spiralspannstiftes die Scherebene um eine Länge oder mehr, entsprechend eines Stiftdurchmessers, von der Scherebene entfernt sein sollte. Dieser Zustand kann auch durch konische Bohrungen verursacht werden, die in ähnlicher Weise eine tangentiale Kraft in eine Bewegung nach außen umsetzen können. Darum empfiehlt es sich, Bohrungen ohne Konizität zu fertigen. Wenn eine konische Bohrung jedoch erforderlich ist, muss diese unter 1 ° sein.

Abbildung 2
Die Fase des Spiralspannstifts darf nicht in der Scherebene liegen. In diesem Fall bewegt sich der Spiralspannstift in die angegebene Richtung, solange bis die Fase nicht mehr in der Scherebene liegt.

Abbildung 3
Das Beispiel auf der linken Seite zeigt, wie das vorstehende Ende des Spiralspannstiftes seinen expandierten Durchmesser der größer als die Bohrung ist beibehält, wenn weniger als 60% der Länge des Spiralspannstifts in die Bohrung des Bauteils eingeführt wird. Auf der rechten Seite weist das vorstehende Ende des Spiralspannstifts einen Durchmesser auf, der ungefähr gleich dem Bohrungsdurchmesser ist.

Spiralspannstifte behalten einen Teil ihres expandierten Durchmessers in dem Bereich, wo sie nicht in die Bohrung des Bauteils eingeführt worden sind. In Anwendungen zur Ausrichtung von Bauteilen wird empfohlen, den Spiralspannstift 60% der Gesamtstiftlänge in die Aufnahmebohrung einzuführen, um seine Position dauerhaft zu fixieren und um den Durchmesser des vorstehenden Endes bestimmen zu können (siehe Abbildung 3). Bei Scharnieranwendungen bei denen das mittlere Gelenk beweglich sein soll, hat der Festsitz des Spiralspannstiftes in den äußeren Scharniersegmenten zu erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Breite jeder dieser Segmente größer oder gleich 1,5 mal dem Durchmesser des Spiralspannstifts entspricht. Ist diese Vorgabe nicht gegeben, ist es von Vorteil, wenn der Festsitz sich im mittleren Scharniersegment befindet. Bei Scharnieren mit Presspassung müssen alle Scharniersegmente mit gleichen Bohrungsdurchmessern hergestellt werden, damit unabhängig von der Anzahl der Scharniersegmente die Stiftverbindung mit dem Spiralspannstift maximal eingestellt werden kann.

Obwohl dieses Papier allgemeine Designrichtlinien anbietet wird empfohlen, SPIROL’s Anwendungsingenieure zu kontaktieren, die auf Befestigungen und Verbindungen von Bauteilen spezialisiert sind, damit das optimale Design für jede Anwendung gewährleistet werden kann.

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